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VCD auf Fridays-for-Future Veranstaltung in Hannover

Auch der VCD-Landesverband Niedersachsen hat sich mit einer Rede an der Fridays-for-Future Demonstration in Hannover beteiligt. Einmal mehr machte der Vorsitzende Martin Mützel deutlich, wie wichtig eine Verkehrswende für den Klimaschutz ist. Es reicht nicht aus, auf E-Autos zu setzen. Eine echte Verkehrswende beginnt bei der Verkehrsvermeidung und dem Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn.

Martin Mützel:

“Ich möchte mit Euch über die Verkehrswende reden. Verkehrswende macht Spaß, und sie spart Geld – sowohl dem Einzelnen als auch dem Staat!

Verkehrswende macht Spaß, Radfahren macht Spaß, Bewegung mit Rad und zu Fuß hält uns fit, im Zug lernt man viele nette Leute kennen. Auch Lasten lassen sich ohne Autos transportieren. Weniger Lärm ist gut für die Gesundheit. Weniger Abgase verbessern die Luftqualität, nach Schätzungen gibt es 13.000 Tote pro Jahr durch schlechte Luftqualität in Deutschland.

Verkehr, Naturschutz, Gesundheitsschutz, Soziales greifen ineinander.

Eine echte Verkehrswende ist mehr als E-Autos. E-Autos sind etwas umweltfreundlicher, aber die meisten Probleme bleiben: Flächenfraß, Belastung bei Herstellung und Entsorgung, Unfälle, Chaos mit Elterntaxis und zugeparkte Fuß- und Radwege. Solange Altmaier die Erneuerbaren ausbremst, sind E-Autos auch Lebensversicherungen für die Kohlekraftwerke.

… Es müssen natürlich die Bedingungen stimmen!

Eine echte Verkehrswende ist nötig, zuerst Verkehrsvermeidung, danach Umsteigen! Auf Rad, Bus und Bahn!

Überteuerte Infrastrukturprojekte, die den Straßenverkehr weiter aufblähen, sind unnötig. Ein Beispiel ist die „Küstenautobahn“ A 20 Lübeck – Stade – Emden. Obwohl die Bewertung durch das Bundesverkehrsministerium sehr straßenfreundlich ist, hat sie es nur mit einem Trick in den Bundesverkehrswegeplan geschafft. Man hat einfach gesagt, ein Investor können ja den Elbtunnel bauen – schon waren dessen Kosten, weit über eine Milliarde Euro, bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung verschwunden. Es ist mittlerweile sonnenklar, dass es den großzügigen Investor nicht gibt, die Steuerzahler werden auch den Tunnel mitbauen dürfen. Aber was einmal schöngerechnet wurde, bleibt im Bundesverkehrswegeplan. Mittlerweile sind die Gesamtkosten bei 3,2 Mrd angekommen, bei einem Prestigeprojekt, bei dem noch keine endgültigen Pläne vorliegen. Fünf Milliarden sind für mich garantiert. Dieses Projekt ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.

Ähnliches könnte man über die „VW-Autobahn“ A 39 Lüneburg – Wolfsburg sagen. Oder über die Elbvertiefung. Oder in unseren Nachbarbundesländern die A 14, die A 44 und die A 49 mit dem Danneröder Forst. Schaut Euch das an!

 

Lasst uns über Subventionen reden. Allein auf 11 Milliarden im Jahr verzichtet der Staat, indem er Flugbenzin nicht besteuert. Wer seine Bude im Winter heizen will, zahlt darauf Steuern, wer in den Süden jettet, tut das steuerfrei. Derartiger Unsinn sorgt mit dafür, dass immer noch Flüge hier von Hannover nach Frankfurt angeboten werden. So geht es nicht.

Das Dienstwagenprivileg belohnt Firmen und Beschäftigte, die extra dicke Fahrzeuge kaufen. Städte verzichten auf Einnahmen aus Parkraumbewirtschafftung und Verwarngeldern. Unser Bundesverkehrsminister hat den demokratisch beschlossenen Bußgeldkatalog sabotiert, damit man weiter mit Tempo 80 durch die Stadt fahren kann, ohne Angst um den Führerschein haben zu müssen. Das ist Klientelpolitik für A …

Was könnt Ihr tun? Bitte hört nicht auf, Druck zu machen!!! Fahrt mit dem Rad, wie es erlaubt ist - auch dort, wo das als Provokation empfunden wird. Insbesondere bei zugeparkten Radwegen nehmt die Fahrbahn, nicht den Fußweg.

Sucht die Vernünftigen in der Politik und stützt sie, in allen Parteien (bei den Rechten gibt es keine Vernünftigen!) Warnung vor pseudo-Beteiligungsprozessen und „Verhandlungen“ – das Klima macht auch keine Kompromisse.

Zum Schluss der “Werbeblock“: Alle Umweltverbände brauchen Aktive, auch der VCD – siehe unter www.vcd.org!”

 

 

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