Niedersachsen

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Alpha-E: Neubaustrecken dringend notwendig

“Bahn braucht deutlich mehr Kapazität zwischen Hannover und Hamburg”.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Niedersachsen hält einen Bahnausbau zwischen Hannover und Hamburg über das “Alpha-E”-Konzept hinaus für notwendig.

 

“Es erschreckt uns, dass Teile von Bürgerinitiativen und Politik bei der umweltfreundlichen Bahn faktisch jeden Neubau für unzumutbar erklären, während bei der viel umweltschädlicheren und lauteren Autobahn 39 einfach weiter geplant wird, unter anderem mitten durch Lüneburg hindurch.” so VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel.

“Das ursprüngliche Alpha-E konnte von Anfang an die prognostizierten Zugzahlen nicht ermöglichen”. Zwischen Hannover und Hamburg fehlen rechnerisch die Kapazitäten einer zweigleisigen Hauptbahn. Mittlerweile ist auch klar, dass die für den Deutschlandtakt nötigen Fahrzeiten nicht erreicht werden können. Mützel: “Ohne Beschleunigung gehen weiterhin reihenweise Anschlüsse sowohl in Hamburg als auch in Hannover verloren.” Mit den kurvigen Ortsdurchfahrten in Lüneburg, Uelzen und Celle, an denen auch sehr viele Anwohner leben, sind relevante Fahrzeiteinsparungen nicht möglich.

Aus Sicht des VCD Niedersachsen wäre beispielsweise eine Neubaustrecke entlang der A 7 denkbar. Diese Alternative wurde in den 1990er Jahren bereits geprüft; damals wurde kritisiert, dass die Autobahn im Bereich Soltau zu kurvig für die damals angestrebten 300 km/h sei. Mützel: “Inzwischen redet man zum Glück über maximale Fahrzeiten, nicht über minimale Geschwindigkeiten. Wenn man die kürzeste Strecke nimmt, kann man auch langsamer fahren, um rechtzeitig anzukommen.” Diese Variante hätte zwar die höchsten Baukosten, nähme aber nur Flächen in Anspruch, die durch die Autobahn bereits entwertet sind, für die Züge wäre es der kürzeste und damit auch energiesparendste Weg.

Eine andere Alternative wäre, zwei zusätzliche Gleise zwischen Maschen und Celle zu verlegen. Für eine Beschleunigung müssten diese aber an Lüneburg und Uelzen vorbei führen. “Wenn wir die Bewohner der Städte entlasten wollen, müssen wir Abstand halten. Und dann ist die Umfahrung quasi eine Neubaustrecke” so Mützel. Es sei schwierig und umwegig, zwischen den Städten kurz an die bestehende Strecke heran zu kommen.

Um Natur und Anwohner zu schützen, müssten längere Abschnitte ähnlich wie die A 7 in Stellingen oder die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart im Pfingstbergtunnel “gedeckelt” geführt werden.

Rückfragen:
Martin Mützel, VCD-LV Niedersachsen, Fon 0171 9335381, www.vcd-niedersachsen.de

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