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VCD: Auf neue Autobahnen verzichten

Lkw-Fernverkehr muss reduziert und nicht ausgebaut werden.

Der VCD Niedersachsen appelliert an Bundes- und Landesregierung, auf weitere Fernstraßenbauten in Niedersachsen zu verzichten. Dies betrifft insbesondere die großen Autobahnprojekte wie die Küstenautobahn A 20 Lübeck - Stade - Westerstede und die A 39 Lüneburg - Wolfsburg. Solche Projekte sind aus Klima- und Naturschutzgründen nicht mehr verantwortbar.

 

Damit unterstützt der VCD Niedersachsen entsprechende Forderungen unter anderem der Fridays for Future Niedersachsen. „Wir können nicht mehr so weiter machen, als wären wir in den 1960er Jahren, das geben Landschaft und Klima nicht mehr her“ sagt der Landesvorsitzende des VCD Niedersachsen, Martin Mützel. So verlaufe die A 20 überwiegend durch Regionen, die in wenigen Generationen überflutet sein können, wenn der Klimawandel nicht gestoppt würde. “Diese Autobahnen dienen aber vorrangig dem Lkw-Fernverkehr, der nur mit Diesel betrieben wird”, so Mützel. Im Gegensatz zur Schiene und zu Kurzstreckenverkehren sind keine nachhaltigen Alternativen in Sicht. Unabhängig von der Antriebsart ist der Straßentransport wesentlich energieaufwändiger als Schienenverkehr.

Klar spricht sich der Verband dagegen aus, Autobahnen als “Öffentlich-Private Partnerschaft” zu bauen, wie dies von Bundesverkehrsminister Scheuer unter anderem für die A 26 und A 20 angekündigt wurde. “Diese Projekte dienen nur dazu, Staatsschulden am Maastricht-Kriterium vorbei zu machen und dabei der Bauindustrie noch zusätzlichen Profit zu zuschanzen.” Regelmäßig werden derartige Konstruktionen vom Bundesrechnungshof mit vernichtenden Ergebnissen geprüft.

Ein erhebliches Ungleichgewicht sieht der Verband auch bei den Schutzauflagen für Mensch und Natur. “Es scheint so, je älter und klimafeindlicher ein Projekt ist, desto niedriger sind die Anforderungen. Es muss genau umgekehrt sein!” So werden an das Bahnprojekt Hamburg/Bremen - Hannover sehr hohe Abstände zur Besiedlung eingefordert, während die A 39 mitten durch Lüneburg verlaufen soll. Mützel: “Alle reden vom Klimaschutz, aber es werden Autobahnen geplant, wo niemals ein Windrad genehmigt werden würde. Das ist inakzeptabel.” Der VCD fordert alternativ zum Autobahnbau besonders für den Seehafenhinterlandverkehr den massiven Ausbau der deutlich umweltfreundlicheren Schiene.

Nachfragen:
Martin Mützel, Landesvorsitzender, Fon 0171 9335381, www.vcd-niedersachsen.de
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