Niedersachsen

Auto & Straße, Pressemitteilung, Verkehrspolitik

Verkehrsclub VCD kritisiert Städte- und Gemeindebund bei Verkehrssicherheit scharf

Der DStGB möchte schwächere Straßenverkehrs-Sanktionen.

Der Verkehrsclub Deutschland VCD kritisiert die von DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg am Samstag (20.6.), dem Tag der Verkehrssicherheit, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verbreitete Wertung scharf. Darin heißt es, die seit Ende April geltenden neuen Sanktionen im Straßenverkehr empfinde der DStGB als überzogen, sie würden sich sogar negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken. Dazu Harald Walsberg, Sprecher für Verkehrssicherheit und stv. Landesvorsitzender des VCD Niedersachsens: „Durch die Verdrehung von Tatsachen und praktisch als Steigbügelhalter der Raserlobby und Co. manövriert sich der Deutsche Städte- und Gemeindebund inakzeptabel und unerträglich weit in Richtung organisierte Verantwortungslosigkeit. Zusätzliche Verkehrsopfer nimmt er billigend in Kauf.“

Statt Verkehrssicherheit und Fairness zu fördern, ermuntere der DStGB geradezu Raser, Falschparker, Autoposer und sonstige notorische Gefährder im Straßenverkehr, sich weiter möglichst ungehindert zu entfalten, kritisiert der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub VCD. Auffällig sei auch die Sprachwahl. So ziehe sich ein „typischer Autolobby-Sprech“ (Walsberg) durch die DStGB-Verlautbarung. Worte wie „Gängelung“ und „ideologisch“ gehörten dabei zum Standardrepertoire. Ebenso seien enthaltene Fakten-Verdrehungen von einer typischen Machart. Wo sich seit Jahrzehnten Fachleute um substanzielle Verbesserung der Verkehrssicherheit bemühten, z. B. auf dem im niedersächsischen Goslar tagenden Verkehrsgerichtstag, und wo die Bundesregierung null Verkehrstote (Vision Zero) als Leitziel ausgebe, da sabotiere der DStGB diese Werte und Richtung.

 

Beispiele:

- Bereits die falsche Wertung der neuen Strafen als „strenger“ würde die Basis für weitere falsche Folgerungen legen, denn sie seien auch vor der Erhöhung alles andere als streng gewesen und würden seit Jahrzehnten am unteren Ende in der EU liegen, kritisiert VCD-Verkehrssicherheitsexperte Walsberg. Der Ideologievorwurf des DStGB verkehre sich somit. 

- Bei der „immer weiteren Gängelung“ sei schon „Gängelung“ unzutreffend. Denn mit diesem hier emotionalisierenden Unwort verhöhne der DStGB die Unfallopfer und diskreditiere das tatsächliche gute Ziel, zur Unfallprävention die Menschen, die sich nicht an geltende Regeln halten wollen, nachhaltig zur Verhaltensänderung zu bewegen. 

- Des weiteren beklagt der DStGB, dass ein bisher punktefreier Autofahrer bei den gleichen Verstößen nunmehr mit einem Fahrverbot zu rechnen habe. VCD-Mann Walsberg dazu: „Bei denjenigen Fahrern, bei denen die bisherigen Sanktionen unwirksam blieben, werden Fahrverbote eher dazu führen, dass sich auch diese an die Regeln halten und somit für eine bessere Sicherheit gesorgt ist und Menschenleben geschont werden.“ 

- Fairness und Sanktionen würden verdrehend als Gegensätze dargestellt.

 

„Der VCD fordert den DStGB nachdrücklich auf, seine verstörend unverantwortliche, wider das Leben gerichtete Rolle aufzugeben. Stattdessen möge er sich mit ehrlichen und unideologischen Positionen profilieren und damit dem Allgemeinwohl dienen“, so Walsberg.

 

Nachfragen:

Harald Walsberg, VCD, Sprecher für Verkehrssicherheit, Tel. 0171 20 29 333

zurück