Schienenverkehr, Verkehrspolitik
Celle

Neubaustrecke Hamburg – Hannover: VCD Celle fordert Kurswechsel vom Land Niedersachsen

Zum Bundestagsbeschluss für Bahnaus- bzw. -neubau zwischen Hamburg und Hannover im Oktober 2026

Mit dem Bundestagsbeschluss kann nun endlich die Planung der so wichtigen

Neubaustrecke Hamburg – Hannover weitergehen. Neben einer besseren Pünktlichkeit

schafft die Strecke Platz für weitere Angebote auf der umweltfreundlichen Schiene. Der VCD

Celle fordert nun das Land Niedersachsen auf, seine Blockadehaltung gegenüber der

Neubaustrecke abzulegen und auch die regionalen Chancen zu prüfen. An einer fehlenden

Finanzierung für diesen Angebotsausbau scheitert es laut VCD Celle nicht

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) aus Celle begrüßt den eindeutigen
Bundestagsbeschluss zur weiteren Planung der Neubaustrecke Hamburg – Hannover. Der
Neubau ermöglicht endlich pünktlichere Bahnen und mehr Kapazität für Personen und Güter
auf der Schiene – genau das, was die umweltfreundliche Verkehrswende braucht. Auch das
zusätzliche Maßnahmenpaket für die Bestandsstrecke findet Zustimmung beim VCD.
Ergänzende Weichen und Überholgleise sorgen kurz- bis mittelfristig für erste
Verbesserungen zwischen Hamburg, Celle und Hannover.
Dass einige Landespolitiker:innen dennoch am veralteten Alpha-E-Konzept (vorerst nur
einem dritten Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen) festhalten, ist laut VCD Celle der falsche
Weg. Mehrere Untersuchungen zeigen, dass diese Variante verkehrlich und wirtschaftlich
unzureichend ist. „Den Bürgerinnen und Bürgern Versprechungen zu machen, die nicht
gehalten werden können, hat mit guter Bürgerbeteiligung nichts zu tun“, so der VCD Celle.
Gleiches gilt, wenn das Land, speziell das SPD-geführte Verkehrsministerium, behauptet,
dass eine Neubaustrecke keinerlei Vorteile für die Region bietet. Dabei kennt das Land die
Chancen, setzt sich aber für keine regionale Verbesserungen ein, so der VCD Celle. Als
Beispiel ist der mögliche Regionalhalt in Bergen zu nennen. Einerseits stuft die
Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH eine Reaktivierung der bestehenden
Strecke Celle-Bergen-Soltau als unwirtschaftlich ein. Andererseits bewertet sie einen neuen
Bahnhalt in Bergen an der Neubaustrecke positiv [1]. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn das
Land diese historische Chance für einen Bahnhalt in Bergen einfach so liegen lässt“, so der
Verkehrsingenieur und VCD-Mitglied Bjarne Reitz. Wie gut solche Regionalhalte
funktionieren, zeigen Beispiele wie Merklingen auf der Schwäbischen Alb in Baden-
Württemberg. Der VCD Celle fordert deshalb vom Land eine ernsthafte Prüfung des Halts in
Bergen.
Von der Neubaustrecke profitiert auch die bestehende Strecke über Celle, Uelzen und
Lüneburg, deren Nahverkehr aktuell zu den unpünktlichsten des Landes gehört. Der Grund
dafür ist die Überlastung der Schienen, die durch den Neubau nachhaltig gelöst wird. Ein
Ausbau nach dem Alpha-E-Konzept löst die Probleme nicht mal ansatzweise. „Zusätzlich
wird mit dem Neubau die Verbindung von Celle nach Lüneburg und Hamburg um 20 Minuten
schneller, da die lästige Wartezeit in Uelzen entfällt“, so VCD-Mitglied Bjarne Reitz.
Perspektivisch ist mit der Neubaustrecke sogar ein Halbstundentakt möglich, wie es das
Land in seinem Ausbaukonzept SPNV 2030+/2040+ vorsieht [1]. Um bereits schnell erste
spürbare Verbesserungen für die Region zu schaffen, bietet sich bspw. die Einführung eines
Halbstundentakts der schnellen Verbindung Hannover – Celle über Großburgwedel an. Das
ist mit geringem Aufwand bis Anfang der 2030er-Jahre realisierbar.
Natürlich braucht es für diese zusätzlichen Nahverkehrsangebote entsprechende
Finanzmittel. Das Land Niedersachsen gibt aber im Bundesschnitt immer noch zu wenig für
die ÖPNV-Finanzierung aus [2]. Das ist dem Land auch bewusst und baut schrittweise die
Bahnverbindungen aus. So setzt das Land die Maßnahmen des Konzepts SPNV
2030+/2040+ bereits in anderen Regionen wie dem Emsland und dem Wendland konkret um
[3]. Zeitgleich verschleppt das Land die Verbesserungen für die Region Celle. „Die
Menschen in Celle sind keine Bürger zweiter Klasse. Wir fordern das Land auf, sich
konstruktiv an der weiteren Planung zur Neubaustrecke zu beteiligen und die längst
überfälligen Verbesserungen für den Nahverkehr im Raum Celle endlich anzugehen“, so
Verkehrsingenieur und VCD-Mitglied Bjarne Reitz.
Quellen:
[1] Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage des MdL Schepelmann vom
26.08.2025 (Drucksache 19/8585) www.landtag-
niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen_19_10000/08501-09000/19-08585.pdf
[2] Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage des MdL Bauseneick vom 10.06.2025
(Drucksache 19/7771) www.landtag-
niedersachsen.de/drucksachen/drucksachen_19_10000/07501-08000/19-07771.pdf
[3] Infoseite zum heutigen und künftigen Bahnangebot im Landkreis Emsland
emsland.de/de/wirtschaft-und-struktur/fb80/Mobilitaet/OePNV-auf-der-Schiene.php
 

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