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Celle

VCD Celle wünscht sich mehr Verkehrsplanung statt Symbolpolitik

Die Stadtverwaltung hat die Aufstellung von reflektierenden Figuren am Straßenrand im Bereich von Schulen und Kindergärten veranlasst. Ist das eine sinnvolle Maßnahme, um die Sicherheit der Kinder zu verbessern oder rausgeworfenes Geld, fragt sich der VCD Kreisverband Celle.

Ganz billig dürften die Stahlfiguren in Kindergröße nicht gewesen sein. Nun leuchten sie rosa am Straßenrand und sind beidseitg mit reflektierendem Material beschichtet.

Die Figuren mit dem Schild „Vorsicht Kinder“ erinnern an die früheren Kampagnen aus den 70er Jahren. Auch da war man zu Hochzeiten der automobilen Konjunkutur der Meinung, mit Warntafeln Kinderleben retten zu können. Dass dies nicht zutraf, hat sich längst erwiesen, denn die Zahl der Unfalltoten stieg stark in diesen Jahren. Die letzten solcher Schilder “Vorsicht spielende Kinder” verschwanden in Celle still und heimlich in den 2010er Jahren (daher würden sie gut in die aktuelle Ausstellung ins Bomann-Museum passen).

Alle Verkehrsplanenden wissen das: nur mit guter Verkehrsplanung lassen sich Verletzte und Tote im Straßenverkehr vermeiden. Also geht es darum, eine gute Infrastruktur bereit zu stellen, die vor allem den schwächeren Verkehrsteilnehmern gerecht wird, sprich Fahrradfahrern und Fußgängern. Und nicht wie die altehergebrachte bisherige Verkehrsplanung, die sich weitestgehend an den Bedarfen des motorisierten Individualverkehrrs (MIV) orientiert hat.

Eine gute Infrastruktur, die Kinder nicht gefährdet, braucht also die bekannten Instrumente: Geschwindigkeitsreduzierungen (Tempo 30 u. weniger), Aufpflasterungen, Einengungen, Beschilderungen, Markierungen, Ausweisung als Fahrradstraßen, vernünftige und breite Gehwege, klar getrennt vom motorisierten Verkehr und von den Radwegen. Und natürlich die von manchem Politiker geschmähten Schulstraßen. Ja auch eine solche Schulstraße könnte man sich in Celle ruhig einmal zutrauen, den Kindern zu Liebe .

Im Grunde sind also diese neuen Figuren überflüssig und “gucken sich weg", d.h. sie werden in Kürze sowieso nicht mehr wahr genommen im Verkehrstrubel. Das Geld wäre  vermutlich sinnvoller in ein paar zusätzliche Bodenschwellen an geeigneten Stellen geflossen, die den MIV auch tatsächlich bremsen und die Sicherheit der Kinder tatsächlich erhöhen.  

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