Elbe-Heide
Ein Regio-S-Bahn-System zwischen Elbe und Heide, das die Orte und Menschen schnell und komfortabel verbindet und für eine echte Alternative im ländlichen Raum sorgt - seit Jahren kämpfen engagierte Gruppen und Einzelpersonen, Lokalpolitik sowie Ortschaften entlang der Strecken für die Reaktivierung der Bahnlinien nach Soltau und Bleckede. Während die Reaktivierung der Soltauer Bahn bereits läuft und dort 2027 bereits wieder Züge fahren sollen, ist dies für die Strecke Lüneburg-Bleckede noch offen.
Am 20. März hat der niedersächsische parlamentarische Lenkungskreis zum Thema Reaktivierung getagt. Dabei wurde für sechs weitere Reaktivierungskandidaten ermittelt, dass eine Reaktivierung wirtschaftlich wäre. Lüneburg-Bleckede war diesmal noch nicht dabei - die Ergebnisse der Untersuchungen zu dieser Strecke sollen vor einer Entscheidung zunächst noch weiter erläutert werden.
Die Strecke Lüneburg-Bleckede ist nicht nur (bereits heute) touristisch interessant, sondern es gibt auf dieser Achse erhebliche Pendel-Ströme, die derzeit die L221 nutzen. Hier kann also auch ein hoher Umstiegseffekt vom Auto auf die Bahn erreicht werden.
In einer Studie von 2022 wurde gezeigt, dass die Fahrgastprognose sogar über die Strecke Lüneburg-Amelinghausen hinausgeht und sie vergleichbar mit Lüneburg-Soltau ist.
In Niedersachsen gibt es viele Bahnstrecken, die für eine Reaktivierung geeignet sind. Aktuell sind die politischen Verhältnisse so, dass mittels eines Punktesystems festgelegt wird, welche Strecken reaktiviert werden sollen. Ein grundsätzliches Umsteuern der deutschen Verkehrspolitik ist entscheidend: wie viel Geld für die ganzen Bahnprojekte stünde zur Verfügung, wenn die Milliarden Euro, die für den Neubau von Autobahnen notwendig wären, stattdessen für die Bahn genutzt werden würden.
„Als VCD Elbe-Heide setzen wir uns für ein Regio-S-Bahn-System ein, bei dem nicht nur die größeren Orte verbunden werden, sondern auch kleinere Orte auf der Strecke einen Bahnhalt bekommen. Es kann dabei Sinn ergeben, einen schnellen Regionalexpress mit wenigen Halten und eine langsamere Regionalbahn mit vielen Unterwegshalten (teils als Bedarfshalte) anzubieten. Gerade für die Strecke nach Soltau kommt das infrage, da so eine schnelle Verbindung nach Hamburg ermöglicht werden kann, aber auch kleine Orte wie Drögennindorf und Soderstorf ans Eisenbahnnetz angebunden werden können“, sagt Jonas Korn.
Die möglichen Bahnreaktivierungen ermöglichen nicht nur den Umstieg vieler Menschen vom Auto zur Bahn und Teilhabe für Menschen, die nicht über ein Pkw verfügen, sondern erhöhen zudem die Netzresilienz durch zusätzliche Querverbindungen, falls es eine Havarie auf einer Strecke gibt. Sollte z. B. eine Sperrung zwischen Uelzen und Lüneburg auftreten, könnten Züge über Soltau nach Lüneburg umgeleitet werden.
Es gibt also sehr viele verschiedene gute Gründe für die Reaktivierung möglichst vieler Bahnstrecken – auch von denen nach Soltau und nach Bleckede. Hier sind ambitionierte politische Entscheidungen gefragt.
Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere, gesunde und barrierefreie Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Der Regionalverband Elbe-Heide umfasst die Landkreise Harburg, Lüneburg und Uelzen.