Elbe-Heide
Das Mobilitätsverhalten von Männern und Frauen ist verschieden – und so auch ihre Ansprüche an unser Verkehrssystem. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse werden in der Verkehrsplanung kaum berücksichtigt. Die vermeintlich neutrale Verkehrsplanung ist aber eine Illusion.
Die Unterschiede in der Mobilität beginnen, wenn Menschen anfangen Familien zu gründen. Schuld daran ist der Gender Care Gap. Denn Care-Arbeit (Haushalt, Kinderbetreuung etc.), wird noch immer mehrheitlich von Frauen gemacht.
Die Wegeketten von Frauen sind deshalb deutlich komplexer: Die Fahrt zur Arbeit wird oft noch mit dem Wocheneinkauf oder dem Weg zum Kindergarten verbunden.
Die Verkehrsplanung orientiert sich nach wie vor an einem "männlichen Ideal", also am Mobilitätsmuster eines mittelalten, in Vollzeit erwerbstätigen Mannes, der weitgehend frei von Versorgungstätigkeiten ist.
Eine Genderperspektive auf Verkehr bedeutet, diese männliche Norm zu hinterfragen.