Emsland
VCD Kreisverband Emsland e.V.
Der Fahrgastverband Pro Bahn, Regionalverband Südwestniedersachsen, und der Verkehrsclub Deutschland im Emsland (VCD) lehnen die zum Teil bekannt gewordenen Pläne der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ab. Danach sollen in 2026 die Expresslinien RE 15 Emden - Münster sowie RE 60 Rheine - Braunschweig und RE 62 Rheine - Löhne für den Zeitraum Dezember 2030 - Dezember 2040 neu vergeben werden. Die angekündigte Ausschreibung der Verkehrsleistungen auf der Schiene habe es in sich.
Der Fahrgastverband Pro Bahn, Regionalverband Südwestniedersachsen, und der Verkehrsclub Deutschland im Emsland (VCD) lehnen die zum Teil bekannt gewordenen Pläne der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ab. Danach sollen in 2026 die Expresslinien RE 15 Emden - Münster sowie RE 60 Rheine - Braunschweig und RE 62 Rheine - Löhne für den Zeitraum Dezember 2030 - Dezember 2040 neu vergeben werden. Die angekündigte Ausschreibung der Verkehrsleistungen auf der Schiene habe es in sich.
Politik und Verwaltung des Landkreises und der Gemeinden im Emsland sowie die Hochschule Osnabrück fordern zum Teil seit Jahrzehnten eine umsteigefreie Bahnverbindung aus dem Emsland in das Oberzentrum Osnabrück. 2024 hat der Landkreis Emsland in einer Studie die Machbarkeit eines 30-Minuten-Taktes im Emsland mit der Möglichkeit einer dringend benötigen direkten Zugverbindung zwischen Osnabrück und dem Städteband entlang der Ems untersuchen lassen und das positive Ergebnis der Landesnahverkehrsgesellschaft mitgeteilt. „Die jetzt bekannt gewordenen Pläne sind ein Stillstand für weitere mindestens 14 Jahre im Bahnverkehr der Grenzregion Emsland, einem der größten Landkreise in Deutschland!“, so der VCD-Sprecher Vogt. „Umsteigen müssen“ schrecke bekanntlich viele Reisende ab, die schon mehrfach vorgesehene Anschlüsse nicht erreicht hätten, weil Züge verspätet waren.
„Ab Dezember 2030 droht bei Umsetzung der jetzigen Pläne sogar ein Rückschritt im Bahnverkehr in der Region“, so Pro-Bahn-Vertreter Sturm, der erklärt, warum das so kommen wird. Die Expresszüge aus Braunschweig haben seit 10 Jahren in Rheine gut 75 Minuten Pause, um vor der Rückfahrt Verspätungen aus der Fahrt nach Rheine abbauen zu können. Ab 2030 sei vorgesehen, dass die Züge nach rund 250 Kilometern Fahrt über sehr stark befahrene Gleise in Rheine nach bereits nur etwa einer Viertelstunde die Rückfahrt antreten. Mit dieser Art bei der Eisenbahn als Kurzwende bezeichneten Wendezeit habe die LNVG erst kürzlich übelste Erfahrungen beim Express Bremerhaven - Osnabrück gemacht. Der Aufgabenträger habe daraus gelernt und die Wendezeit auf rund 1 Stunde verlängert. "Genau diese 50 Kilometer östlich der Ems gemachten negativen Erfahrungen mit Kurzwenden möchte die LNVG ab 2030 dem Emsland verordnen", bedauert der Fahrgastverband.
Kurzwenden führten aufgrund bekannter Mängel in der Infrastruktur der Bahn immer wieder zu massiven Verspätungen, Anschlussverlusten und vorzeitigem Wenden von Zügen. "Dann endet der Express aus Braunschweig künftig bei Verspätungen von mehr als 10 Minuten öfter mal in Ibbenbüren oder Osnabrück, um die Rückfahrt pünktlich antreten zu können", so Sturm. Damit sei das Emsland von Hannover, Braunschweig und Osnabrück noch unzuverlässiger zu erreichen als heute mit 12 Minuten Umsteigezeit in Rheine. Und wer ab 2030 aus dem Emsland in Rheine Richtung Osnabrück, Hannover und Braunschweig reisen wolle, lese auf der Abfahrtsanzeige am Bahnsteig den unwillkommenen Hinweis "Zug fällt aus". Wer künftig auf seinen Anschlusszug Richtung Osnabrück, Landeshauptstadt Hannover und Braunschweig hoffe, dem nütze gar nichts, wenn der Zug ersatzlos zwischen Rheine und Ibbenbüren ausfalle, so Pro Bahn.
Mit derart gewagten Fahrplänen, die für minimal 10 Jahre einen hohen Grad an Unzuverlässigkeit in Kauf nähmen, sei dem Emsland ein denkbar schlechter Dienst erwiesen und keine Verkehrswende in dem Sinne zu gestalten, dass Mobilität auch ohne Auto angenommen werde, betont VCD-Vertreter Vogt. VCD und Pro Bahn appellieren an die LNVG, die angekündigte Ausschreibung mit Blick auf nicht nur auf Papier verlässliche Zugverbindungen zwischen Braunschweig, Hannover und Osnabrück und dem Städteband im Emsland zu korrigieren. Kurze Wendezeiten an Endbahnhöfen seien unbedingt zu vermeiden. Zwischen den Hochschulstandorten Osnabrück und Lingen sowie der Kreisstadt Meppen müsse es zudem eine umsteigefreie Bahnverbindung im Regionalverkehr geben, um die Schiene für mehr Menschen als heute attraktiv zu machen und einen der größten Landkreise Deutschlands an das Oberzentrum Osnabrück anzubinden.
Rückfragen an:
Fahrgastverband PRO BAHN
Regionalverband Südwestniedersachen
Martin Sturm
Broxtermannstraße 14
49082 Osnabrück, martin.sturm@
probahn.de
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Kreisverband Emsland e.V.
Michael Vogt
49716 Meppen
T.05931 85854
E-Mail: vogt.mi-office@
gmx.de