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Hannover, 04.02.2026. Die wichtige Bahnstrecke von Lüneburg nach Hannover soll vom 1. Mai bis 10. Juli 2026 zur Verbesserung der Gleise, Weichen und Stellwerke voll gesperrt werden. Das Land Niedersachsen plant einen Ersatzverkehr per Bus. Lüneburg und der VCD sind mit dieser Lösung unzufrieden.
Claudia Kalisch hat recht, wenn sie sagt, dass Busfahrten von Lüneburg nach Hannover mit mehr als drei Stunden pro Strecke nicht zumutbar sind. Deshalb fordert sie für die zehn Wochen der Streckensperrung eine Express-Bus-Linie.
Wir sehen auch, dass es für Lüneburg Verbesserungen braucht, schlagen aber eine andere Lösung vor. Während der Streckensperrung gibt es für andere Städte Alternativen mit der Bahn. Celle kann über Lehrte nach Hannover fahren, Uelzen über Soltau. Auch Lüneburg hat eine Bahnstrecke über Soltau, die vor Kurzem erneuert wurde und bald wieder ganz normal genutzt werden soll. Deshalb wäre auch für Lüneburg eine Bahnverbindung über Soltau nach Hannover möglich.
Züge haben viele Vorteile: Es gibt Toiletten, mehr Platz für Fahrräder, Rollstühle, Kinderwagen und Gepäck. Außerdem wäre die Reisezeit deutlich kürzer als mit dem Bus.
Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) plant jedoch weder einen Express-Bus noch eine Bahnverbindung über Soltau. Als Grund nennt sie fehlendes Geld. Für die große Sanierung 2029 gibt es Geld vom Bund, für die Maßnahmen 2026 aber nicht. Das Land Niedersachsen muss diese Kosten allein tragen.
Da das Land für den Nahverkehr verantwortlich ist, erwarten wir auch Lösungen, die für die Menschen akzeptabel sind. Es wäre gut, nicht nur auf Busse zu setzen, sondern auch andere, ungewöhnliche Lösungen zu prüfen, zum Beispiel die Nutzung einer Bahnstrecke als Ersatzverkehr. Die Streckensperrungen sind seit Jahren bekannt, deshalb hätte man rechtzeitig eine bessere Lösung für Lüneburg finden können.
Das Land sollte dafür klare Prioritäten setzen. Auch der Klima- und Transformationsfonds - eine Finanzierung der Bundesregierung - könnte für solche Maßnahmen genutzt werden. Die Aussage der LNVG, es gebe weder Züge noch Personal, überzeugt uns nicht ganz.
Lüneburg hätte eine bessere Lösung verdient. Während der Sperrung fahren keine Züge zwischen Lüneburg und Hannover, deshalb stehen einige Züge ungenutzt in Uelzen. Auch Richtung Hamburg gibt es keinen höheren Bedarf. Züge und Lokomotiven müssten also grundsätzlich verfügbar sein.
Selbst wenn es Schwierigkeiten mit Fahrzeugen oder Personal gäbe, hätte man bei früher Planung eine Lösung finden können. Stattdessen wurde nur der Busverkehr organisiert, obwohl dieser viele Nachteile hat.
Früher brauchten Pendler 50 bis 60 Minuten von Lüneburg nach Hannover. Während der Sperrung sollen es über drei Stunden mit dem Bus sein. Viele Berufspendler werden dieses Angebot nicht nutzen. Wer kann, wird mit dem Auto fahren oder von zu Hause arbeiten.
Der Ersatzverkehr erfüllt damit nur die Mindestanforderung. Eine gute und leistungsfähige Lösung für Hannover-Pendler aus Lüneburg ist das nicht.