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Landesverband Niedersachsen

VCD kritisiert Pläne für Billig-Führerschein

Hannover, 13.02.2026

Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) forderte nun gegenüber der HAZ „eine umfassende und zügige Umsetzung der geplanten Reform der Fahrschulausbildung“. Der VCD Niedersachsen kritisiert den distanzlosen Gleichklang mit seinem Berliner Amtskollegen Patrick Schnieder (CDU) und warnt vor negativen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit.

 

Der VCD verfolgt das Ziel „Vision Zero“, das bereits Bestandteil der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) ist. Der § 1 der VwV-StVO schreibt als verbindliche Vorgabe vor, dass die „Verkehrssicherheit das oberste Ziel ist“. Auch im niedersächsischen Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen ist die „Vision Zero“ verankert: Die „Vision Zero“ mit null Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr ist für uns Anspruch und handlungsleitend. Landesvorstand Hans-Christian Friedrichs: „Wir sehen in der Vereinfachung des Führerscheinerwerbs ein falsches Signal, das der Vision Zero, der genannten Verwaltungsvorschrift und dem Koalitionsvertrag zuwider handelt. Wenn die Qualität der Ausbildung sinkt, kann sich das nur negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken. Deshalb sind Abstriche bei der praktischen Ausbildung und Vereinfachung der Fahrprüfung nicht akzeptabel.“

Für den VCD ist eine Theorieausbildung in Präsenz ebenfalls von Bedeutung. „Die Diskussion von schwierigen Verkehrssituationen im Theorieunterricht in der Fahrschule mit gut ausgebildetem und erfahrenem Personal kann durch keine App ersetzt werden. Apps trainieren vielmehr das Auswendiglernen als ein tiefgreifendes Verständnis“, so Friedrichs weiter.

Ein Verweis auf geringere Standards anderer Länder ist aus der Sicht des VCD nicht zulässig, da in Deutschland besonders hohe Verkehrsdichten und eine große Komplexität des Verkehrsgeschehens herrschen. Der Verband empfiehlt vielmehr auch im Sinne einer guten Allgemeinbildung eine Verbesserung der Verkehrssicherheit durch mehr schulischen Verkehrsunterricht in der Sekundarstufe. Davon würden auch diejenigen profitieren, die gar kein Auto nutzen und vorwiegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Nachfragen:

Hans-Christian Friedrichs 0160 5541402

VCD Landesverband Niedersachsen

nds@vcd.org 

www.vcd-niedersachsen.de

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