Wolfsburg
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Kritik an Umbau Heinrich-Nordhoff-Straße

Am Freitag, den 19.01.2024, um 11 Uhr haben wir gemeinsam mit ADFC Wolfsburg und BUND Wolfsburg einen Pressetermin vor Ort

(Ecke Grauhorststraße und Heinrich-Nordhoff-Straße) bezüglich des Umbaus an der Heinrich-Nordhoff-Straße.

Im Zuge der Erneuerung der vorhandenen Fernwärmeleitung der VW Kraftwerk AG wurden von ihr nach Genehmigung durch die Stadt Wolfsburg der Rad- und der gemeinsame Fuß-/Radweg auf der Südseite der Heinrich-Nordhoff-Straße stadteinwärts ab Hermann-Münch-Straße (Zufahrt MobileLifeCampus) bis in Höhe der sog. „Automeile“ (Zufahrt Audi) auf ganzer Breite „weggerissen“. Die VW Kraftwerk AG übernahm nach dem „Verursacherprinzip“ die Wiederherstellung, nach den Vorgaben und in Absprache mit der Stadt Wolfsburg.

Der oben genannte Bauabschnitt ist Bestandteil des vom Rat im Oktober 2019 beschlossenen „Leitbild Radverkehr“, darin „Festlegung des Hauptroutennetzes. Somit hätte er zwingend nach den dort festgelegten Qualitätsstandards als Radschnellverbindung oder Radhauptroute mit den entsprechenden Breiten hergestellt werden müssen.

Diese Umsetzung wäre technisch auf der ganzen Länge des Bauabschnittes ohne Eingriff in die Fahrbahnen (z.B. Beleuchtung), ohne erforderlichen Grunderwerb und ohne Einschränkung des Autoverkehrs (sic!) möglich gewesen. Den Radweg hätte man verbreitern und den ursprünglich überbreiten Gehweg auf ein Mindestmaß schmaler gestalten können. Diese Lösung hätte die Qualitätsstandards erfüllt und wäre auch finanziell günstiger für die VW Kraftwerk AG geworden, da die Herstellungskosten für Asphalt / m2 (Radweg) günstiger als Pflaster / m2 (Gehweg) sind.

Stattdessen sind die überhaupt nicht mehr den Bedürfnissen der Zeit entsprechenden Geh- und Radwegbreiten wiederhergestellt worden!

Als die ersten Borde für den Radweg im ersten Abschnitt ab Hermann-Münch- Straße gesetzt wurden, wurde umgehend vom ADFC der Radkoordinator Herrn Rose angefragt, ob die Radwegbreite überhaupt den Standards entsprechen würde. Auch im Arbeitskreis Radverkehr im November 2023 wurde die Maßnahme erneut thematisiert. Zu diesen Zeitpunkten hätte man die Herstellung der Maßnahme noch „umlenken“ können.

Stattdessen wurden die Hinweise (auch auf den o. g. Ratsbeschluss zum Hauptroutennetz!) durch die Verbände und den Arbeitskreis Radverkehr einfach von der Stadtverwaltung ignoriert.

 

Problem A - Radweg zwischen Hermann-Münch-Str. und Grauhorststraße

  • Es handelt sich um eine Radhauptroute aus dem Wolfsburger Westen mit einer notwendigen Mindestbreite von 2,50 m
  • zudem Zubringer zum VW-Werk, zum Hauptbahnhof und zum Radschnellweg WOB - BS
  • Radfahrende (und viele E-Scooter) aus der Grauhorststraße mit Ziel Fallersleben fahren gegen die Fahrtrichtung, um nicht 2x die H-N-Straße kreuzen zu müssen
  • Eine Breite von 250 cm (ERA) würde Zweirichtungsverkehr legal ermöglichen.

Problem B - Fuß-/Radweg (Grauhorststr. bis Automeile bzw. Saarstraße)

Radhauptroute und Zubringer wie bei A

Die "Wiederherstellung des alten Zustandes" manifestiert den von der Grauhorststraße zur Saarstraße überbreiten Fußweg zulasten des Radweges (wer geht denn heutzutage noch zu Fuß ins Werk??)

Alle Zufahrten zur „Automeile“ wurden unterschiedlich ausgeführt, teils asphaltiert, teils gepflastert, sogar mit Querborden - warum?

Der taktile Trennstreifen aus 30 cm Naturstein beginnt „spontan“ im Osten bei der Zufahrt „Audi“. Er zählt planerisch zur Breite des Gehweges und verbreitert zusätzlich den schon sowieso überbreiten Fußweg.

Den bituminierten Radweg breiter und den gepflasterten Fußweg schmaler zu bauen, würde viel Geld sparen:

Netto-Kosten:

  • Bitumen-Herstellung: ca. 25 € / qm
  • Pflaster-Herstellung: ca. 35 € / qm (=> Gehweg 10 € pro qm teurer als der Radweg in Bitumen)
  • Trennstreifen in Naturstein 3-reihig: 105 € / m
  • => ca. 600 m (von Grauhorststraße bis Automeile) = 63.000 €

Behindertengerechter Umbau der vier Bushaltestellen:

Bei allen vier Bushaltstellen im Bereich der Baumaßnahme wurde leider nicht die Chance genutzt, einen behindertengerechten und für Kinderwagen, Rollatoren etc. nutzungsfreundlichen Ausbau vorzunehmen, obwohl der Regionalverband Großraum Braunschweig das als Standard festgelegt hat und es für den behindertengerechten Ausbau Zuschüsse vom Land Niedersachsen gibt.

Die Ortsgruppen des ADFC, des VCD und des BUND fordern:

Die Stadt muss die sich selbst gegebenen Qualitätsstandards für Radwege einhalten und Inklusion beim ÖPNV fördern.

Der weitere Ausbau ist zu stoppen und der Seitenraum ist finanziell günstiger und gemäß den Anforderungen vor Ort neu zu verteilen.

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