Elbe-Heide

SN: Hansestadt Lüneburg - Fortschreibung Rahmenplanung „Westliches Wasserviertel“

Beteiligung und Mitwirkung öffentlicher Aufgabenträger gemäß § 139 BauGB. Unsere Stellungnahme zu einzelnen Maßnahmen

5. Sanierung der Bardowicker Mauer
Eine erneute Öffnung des Durchgangs zum Liebesgrund (auf Höhe der Reitende-Diener-Straße) und eine Wiederherstellung der Liebesgrundbrücke (in einfacherer Form) sollte geprüft werden.
Momentan stellt die Bardowicker Mauer eine 400 Meter breite Barriere dar. Durch eine Öffnung in der Mitte würde das Fußwegenetz deutlich durchlässiger und eine attraktive und kurze Wegeverbindung vom Marienplatz zum Liebesgrund und darüber hinaus zum Kreidebergsee würde hergestellt werden.
Die Mauer würde weniger versteckt und abseits liegen, sowie touristisch aufgewertet werden.

7. Straßenraumsanierung „Lüner Straße“
„Die Lüner Straße wird derzeit und künftig überwiegend von Anliegern und dem Anlieferverkehr der Geschäfte und Gastronomie genutzt.“ ? Hier fehlen wichtige Verkehrsarten, nämlich der Fuß- und der Radverkehr. Für beide Verkehrsarten stellt die Straße eine sehr wichtige Verbindung dar. Vom Bahnhof ist es der kürzeste Weg zum Rathaus für zu Fuß Gehende. Als Teil des zukünftigen Fahrradstraßenrings ist eine hohe Qualität für den Radverkehr anzustreben.
Zielbild und Konzept ? Wichtige Ergänzung: Aktuell gibt es erhebliche Behinderungen auf diesem Teil des Fahrradstraßenrings für den Radverkehr. Diese entstehen durch parkende und haltende Kfz sowie durch eine zu hohe Menge an Pkw in diesem Stadtbereich. Hier sind dringend Maßnahmen zu ergreifen, um eine wesentliche Verbesserung für den Radverkehr herzustellen. Dazu gehört auch die Ausweisung als Fahrradstraße. Auch für den Fußverkehr sind wesentliche Verbesserungen notwendig, gerade auch im Sinne der Barrierearmut. So sollten Bordsteine an Kreuzungen abgesenkt werden und möglichst viele Verengungen des Gehsteigs beseitigt werden.

8. Straßenraumsanierung „Auf dem Kauf“ (2. BA)
„Die Straße ‚Auf dem Kauf‘ wird derzeit und künftig überwiegend von Anliegern und dem Anlieferverkehr der Geschäfte und Gastronomie genutzt.“ ? Hier fehlen wichtige Verkehrsarten, nämlich der Fuß- und der Radverkehr. Als Teil des zukünftigen Fahrradstraßenrings ist eine hohe Qualität für den Radverkehr anzustreben.
Zielbild und Konzept ? Wichtige Ergänzung: Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die wesentliche Bedeutung für den Radverkehr hervorzuheben. Dazu gehört die Ausweisung als Fahrradstraße und die Durchführung von Maßnahmen zur Durchsetzung und Verdeutlichung des Halteverbots.

9. Straßenraumsanierung „Bardowicker Straße“ (2. BA)
„Die ‚Bardowicker Straße‘ wird derzeit und künftig überwiegend von Anliegern und dem Anlieferverkehr der Geschäfte und Gastronomie genutzt.“ ? Hier fehlen wichtige Verkehrsarten, nämlich der Stadtbus-, Fuß- und der Radverkehr. Fünf (!) Stadtbuslinien führen hier entlang. Für den Fuß- und Radverkehr stellt die Straße eine wichtige Verbindung dar. Von Norden ist sie der kürzeste Weg in die Innenstadt.
„Hintergrund für die Maßnahme: Der südliche Bereich der Straße zwischen der Lüner Straße und dem Marktplatz wurde 2020 als Fußgängerstraße umgebaut. Der nördliche Bereich zwischen Lüner Straße und Liebesgrund soll nach dem gleichen Prinzip umgebaut werden, da es sich hier um das nördliche Einfallstor in die Innenstadt handelt.“ ? Der Umbau des südlichen Teils ist in einer für den Umweltverbund (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr) behindernden Weise erfolgt. Die Pflasterung der Bardowicker Straße stellt eine erhebliche Behinderung für den Radverkehr auf diesem Teil des geplanten Fahrradstraßenrings dar. Bei Regen und noch mehr bei Frost besteht zudem eine erhebliche Sturzgefahr durch die sehr gewölbten Steine mit erheblichen Fugen. Durch den unangenehmen und behindernden Zustand der Fahrbahn weichen einige Fahrradfahrende und viele E-Scooter auf den Gehweg aus und behindern oder gefährden dort den Fußverkehr. Die Stadtbusse fahren unruhig und holperig mit einem geringen Fahrgastkomfort. Das macht sich insbesondere bemerkbar beim Einbiegen der Busse in die Straße „Am Markt“. Der PKW-Verkehr behindert die Busse zu Stoßzeiten.
Für den 2. BA muss dringend ein Umdenken erfolgen: Die Pflastersteine sollten geschnitten oder von vornherein ein glattes Pflaster verlegt werden. Zudem sollten die Fugen geschlossen werden.
Für den südlichen Teil soll geprüft werden, ob das Pflaster neu verlegt werden kann, um die oben genannten Mängel zu beheben. Dafür soll dieser Straßenabschnitt in das Gebiet des Rahmenplan neu aufgenommen werden. Es soll entweder eine eigene Maßnahme geschaffen oder der Bereich der Maßnahme 9 um diesen Teil vergrößert werden.
Die Umwandlung von PKW-Parkplätzen zu Gehwegfläche ist zu begrüßen. Als Ausgleich für den Wegfall der Parkplätze sollen zusätzliche Fahrradbügel an geeigneter Stelle aufgestellt werden. Zu bedenken ist, dass die ostseitigen Parkplätze von Norden kommend nur durch einen Fahrtrichtungswechsel zu erreichen sind.


11. „Hinter der Bardowicker Mauer“
Zielbild und Konzept ? Der Autoverkehr sollte hier unterbunden werden. Momentan findet hier ein erheblicher Durchgangs- und Parkplatzsuchverkehr statt. Von der Hamburger Straße kommend ist diese Straße Teil der kürzesten Route zu den Parkplätzen des Marienplatzes und zum „City-Parkhaus“ und wird als solche auch von Navigationssystemen vorgeschlagen. Entlang dieser Route gibt es zusätzlich noch viele Parkmöglichkeiten am Straßenrand. Durch den geplanten Poller in der Bardowicker Straße ist anzunehmen, dass zukünftig zusätzlicher Durchgangsverkehr durch diese enge Straße fließt.
Sie sollte folglich mindestens für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, spätestens mit Umwidmung des Marienplatzes.
Dadurch würde die Strecke auch für den Fußverkehr, insbesondere für Tourist*innen interessant. Durch die Öffnung der Bardowicker Mauer (siehe Stellungnahme zu Maßnahme 5) kann diese Wirkung noch verstärkt werden.

12. Platzgestaltung und Oberflächensanierung auf dem Marktplatz
Zielbild und Konzept ? Der Marktplatz ist der zentrale Platz Lüneburgs. Es ist daher unbedingt notwendig, dass dieser so gestaltet wird, dass er für alle zugänglich ist. Ein Wochenmarkt darf nicht auf einem Platz sein, der für Personen im Rollstuhl, mit Rollator usw. nicht passierbar ist. Eine Anpassung ist aus Sicht von gesellschaftlicher Teilhabe notwendig. Hier sind verschiedene reversible wie dauerhafte Maßnahmen möglich.
Aus Gründen der Klimaanpassung sollte der Platz zudem wesentlich mehr begrünt werden. Hier könnte sich auch an früheren historischen Zuständen orientiert werden, zu denen auch auf der Westseite des Marktplatzes Bäume standen. Aufgrund des Klimawandels ist es keine Option, große versiegelte Freiflächen beizubehalten.

14. Platzgestaltung und Oberflächensanierung Im Wendischen Dorfe
„Die Straße ‚Im Wendischen Dorfe‘ wird derzeit und künftig überwiegend von Anliegern und dem Anlieferverkehr der Geschäfte und Gastronomie genutzt.“ ? Hier fehlen wichtige Verkehrsarten, nämlich der Fuß- und der Radverkehr. Die Straße schließt an den Fahrradstraßenring an und stellt eine wichtige Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr in Richtung Behördenzentrum dar.
Zielbild und Konzept ? Aktuell ist die Kfz-Menge auf dieser Straße zu hoch, wodurch die Straße unattraktiv für den Fuß- und Radverkehr ist. Hier ist eine Kfz-Reduktion durch Maßnahmen im Umfeld notwendig. Anstelle der Pkw-Abstellflächen am Straßenrand wären begrünte Begegnungszonen möglich, die die Straße wesentlich aufwerten würden.

15. Herstellung von Barrierearmut Am Stintmarkt
Zielbild und Konzept ? Die Situation für den Radverkehr hat sich durch den Einbau geschliffenen Pflasters verbessert. Wichtig ist, dass der Anschluss an den Treidelweg mit einem gut befahrbaren Untergrund erfolgt. Die Situation für den Fußverkehr ist nach wie vor schlecht, da der westliche Seitenbereich der Straße durch die Außengastronomie vollgestellt ist, sodass Rollstühle dort nicht mehr passieren können. Hier ist eine Aufhebung der Nutzungserlaubnis für die Außengastronomie auf der Westseite und ggf. eine Erweiterung auf der Ostseite erforderlich.

16. Oberflächenentwässerung über offene Rinnenführung
Zielbild und Konzept ? Niederschlagswasser sollte unbedingt nach Möglichkeit auch in Zisternen zwischengespeichert werden, sodass es auch zeitlich gestreckt für die Bewässerung umliegender Pflanzen genutzt werden kann.

18. Schaffung von Sitzmöglichkeiten, innerstädtischem Grün und konsumfreien Verweilmöglichkeiten
Zielbild und Konzept ? Die Einrichtung von Parklets auf bisherigen Parkflächen (z. B. Im Wendischen Dorfe) sollte geprüft werden.
Neben der Einrichtung von Baumscheiben und Pflanzung von Bäumen sollten unbedingt auch Möglichkeiten zur Fassadenbegrünung umgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit stellen hängende Pflanzen mit integriertem Bewässerungssystem dar. Diese können auch über der Straße hängend eingerichtet werden (Girlanden), um diese wesentlich zu begrünen ohne die Gehsteig- oder Fahrbahnbreite einzuschränken.

19. Fahrradfreundliche Gestaltung des Ochsenmarktes
Zielbild und Konzept ? Als Teil des Fahrradstraßenrings ist hier eine fahrradfreundliche Oberflächengestaltung umzusetzen (anders als in der Bardowicker Straße).

20. Fuß- und Fahrradfreundliche Gestaltung „Bei der Abtspferdetränke“
„Bestand: Die Straße ‚Bei der Abtspferdetränke‘ wird derzeit und künftig überwiegend von Anliegern und dem Anlieferverkehr der Geschäfte und Gastronomie genutzt.“ ? Hier fehlen wichtige Verkehrsarten, nämlich der Fuß- und der Radverkehr. Als Teil des Fahrradstraßenrings ist eine hohe Qualität für den Radverkehr anzustreben. Auch die in Teilen sehr problematische Situation für den Fußverkehr ist wesentlich zu verbessern.
Zielbild und Konzept ? Die Verkehrssituation in der Ilmenaustraße, Bei der Abtspferdetränke und Am Berge ist durch das Parkhaus Am Berge insgesamt ungünstig. Hier wird viel Autoverkehr mitten in die Innenstadt geleitet. Es ist daher notwendig, das Parkhaus mittelfristig für den Pkw-Verkehr zu schließen. Es könnte ein Fahrradparkhaus und/oder eine Wohnbebauung umgesetzt werden. Hier ist zu prüfen, welche Maßnahmen umzusetzen sind, um eine Umnutzung des derzeit privaten Parkhauses zu ermöglichen. Zudem stellen die Parkplätze in der Ilmenaustraße ein Problem dar. Die insgesamt eigentlich sehr schöne und wichtige Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr wird durch die hohen Mengen an fahrendem und ruhenden Pkw-Verkehr wesentlich verschlechtert. Die Gehwegbreiten sollten zulasten des ruhenden Pkw-Verkehrs verbessert werden. Auch touristisch ist hier sehr viel zu gewinnen.

23. Umsetzung eines Lichtkonzepts
Zielbild und Konzept ? Bei der Beleuchtung ist eine Abwägung zwischen Sicherheitsaspekten und Umweltbelangen erforderlich. Es ist mit Lichtfarben zu arbeiten, die sich möglichst wenig nachteilig auf die Tierwelt auswirken. Im Sinne der Barrierefreiheit sollten Masten von Beleuchtungseinrichtungen nicht Wege für den Fuß- und Radverkehr verengen.

24. Fassadenbegrünung
Zielbild und Konzept ? Neben Fassadenbegrünung sollte auch auf Pflanzengirlanden und andere hängende Pflanzen gesetzt werden.

25. Potenzialflächen für Baumpflanzungen
Zielbild und Konzept ? Neben Bäumen sind auch Sträucher und andere Pflanzen ökologisch und klimatisch sinnvoll. Es kann und sollte zudem die Pflanzung verschiedener Pflanzenarten erfolgen, gerade auch von solchen mit hohem Klimaanpassungspotential. Erfreulich wäre die Pflanzung von Arten mit essbaren Früchten.

30. Sanierung des Marienplatzes
Zielbild und Konzept ? Durch die Umgestaltung des Marienplatzes mit Aufhebung des Parkplatzes besteht auch die Möglichkeit, die umliegenden Straßen vom Autoverkehr zu entlasten, so z. B. die Reitende-Diener-Straße und „Hinter der Bardowicker Mauer“.

zurück